Blaue Küste – schon der Name der Côte d’Azur lässt vermuten, dass es sich hier um eines der schönsten Fleckchen Frankreichs und, vielleicht, der ganzen Welt, handeln muss. Tatsächlich scheint es, als sei die Côte d’Azur von der Natur gesegnet: Das türkis-glitzernde Mittelmeer, die verträumten Strände und Buchten und eine Reihe an malerischen Hafenstädtchen machen den Reiz dieser Region aus und ziehen Jahr für Jahr Zehntausende von Touristen in ihren Bann, daneben auch viele Künstler, die hierher kommen, um sich von der einzigartigen Natur inspirieren zu lassen.
Ihre heutige Bezeichnung verdankt die Côte d’Azur dem Titel eines gleichnamigen Buches des französischen Dichters Stéphen Liégeard. Dieser beschreibt in seinem Ende des 19. Jahrhunderts erschienenen Werk die Schönheit und den Glanz der mediterranen Landschaft, die sich von der italienischen Grenze ostwärts bis nach Toulon erstreckt. Einige der exklusivsten Ferienorte Frankreichs, wie Nizza, Cannes und Saint-Tropez sowie das Fürstentum Monaco befinden sich an der Côte d’Azur – kein Wunder also, dass der Küstenstreifen nicht nur wegen seiner natürlichen Reize bekannt ist, sondern seit Jahrzehnten auch als einer der wichtigsten Anziehungspunkte für den europäischen Jet-Set gilt.
Protzige Yachten, teure Hotels, edle Restaurants und schicke Clubs – die Dichte an luxuriösen Etablissements an der Côte d’Azur ist hoch, und nicht selten übertünchen diese den eigentlichen Charme, der die französische Riviera einst weltbekannt gemacht hat. Doch es gibt sie noch, jene Ecken, in denen die Côte d’Azur noch so ist, wie Liégeard sie vor über Hundert Jahren beschrieben hat: im schroff anmutenden Massif des Calanques mit seinen herrlichen Wander- und Kletterrouten, im botanischen Garten von Èze mit seiner fast schon tropisch anmutenden Vegetation, oder auf der sagenhaften Ile de Porquerolles. Generell gibt sich die Côte d’Azur im Frühling und Herbst weitaus anmutiger als in der Hauptsaison – Romantiker sollten den Juli und August eher meiden.